Wenn Vermesser zur Farbpalette greifen, fragt sich der Jurist…

… ob das Ergebnis rechtlich geschützt ist. Die Märkische Oderzeitung berichtet folgendes:

Sein Haus [Landesvermessung und Geobasisinformation] hatte den Auftrag erhalten, zum Zwecke des Hochwasserschutzes die Landesfläche bzw. die Oberfläche Brandenburgs zu erfassen. Als einige Mitarbeiter begannen, am Farbregler zu spielen, seien sie selbst ob der kunstvoll anmutenden Produkte verblüfft gewesen. „Wobei die Farbwahl ganz willkürlich ist“, wie Tilly sagte.

In Frage kommt ein urheberrechtlicher Werkschutz. Das Urheberrechtsgesetz schützt so genannte Werke. Werke sind persönliche geistige Schöpfungen (§ 2 Abs. 2 UrhG). Frei übersetzt kann man sagen, es kommt für den urheberrechtlichen Schutz auf Kreativität an. Sofern die Farbwahl wirklich willkürlich ist, steht dies der Annahme einer persönlichen geistigen Schöpfung entgegen.

Vielleicht genießen die Arbeitsergebnisse Schutz nach § 72 Abs. 1 UrhG:

Lichtbilder und Erzeugnisse, die ähnlich wie Lichtbilder hergestellt werden, werden in entsprechender Anwendung der für Lichtbildwerke geltenden Vorschriften des Teils 1 geschützt.

Es ist anerkannt, dass mit Satelliten gemachte „Aufnahmen“ Erzeugnisse sind, die ähnlich wie Lichtbilder hergestellt werden. Im Gegensatz zum Werk kommt es für den Lichtbildschutz nicht auf Kreativität („persönliche geistige Schöpfung“) an. Für den Lichtbildschutz genügt bloßes Knipsen!

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